6. Tag (Teil 2): Auf der Gaesdonck

Dieser Beitrag ist Teil 8 von 8 der Serie Rhein-Maas-Weg

Die Nebel von Gaesdonck

Deutlich eher als erwartet erblickte ich die markante Baumformation, die mir neun Jahre lang, während meiner gesamten Gymnasialzeit, nach den Heimfahrtswochenende baldige Ankunft auf dem Collegium Austinianum Gaesdonck verhieß. Stielvoll und wie es sich für den Niederrhein meiner Erinnerung gehört, war sie in einen leichten Nebel getaucht und hob sich so zwar verschleiert jedoch deutlich vor dem gleichmäßigen Grau des Himmels ab. Ich machte mir keine Sorgen, dass die Nebel mich abweisen könnten, denn als Ehemaliger, als jemand, der die vollen neun Jahre durchlaufen und mit der Reifeprüfnung abgeschlossen hatte, fühlte ich mich als eine Art Priester, dem es erlaubt ist, durch die Nebel zur Kendelinsel zu schreiten. Als jemand der nicht Priester geworden ist, noch nicht einmal der katholischen Kirche angehörte, bin ich jedoch kein Hohepriester, der die Nebel auch teilen darf. Bei meiner Ankunft musste ich also auf ätherische Klänge, dem Aufreißen des Nebels und strahlenden Sonnenschein über der Kirche verzichten: es blieb alles Grau in Grau. – Schade auch, warum gibt es so was immer nur in Büchern und Filmen, ich hätte den Effekt wirklich zu würdigen gewusst. „6. Tag (Teil 2): Auf der Gaesdonck“ weiterlesen

6. Tag: von Kevelaer zur Gaesdonck

Dieser Beitrag ist Teil 7 von 8 der Serie Rhein-Maas-Weg

Von Wildschweinen und einer voreiligen Martinsganz

Für den Tag plante ich eigentlich eine Stunde früher aufzustehen. Hintergrund war, dass ich den Weg auf 4 Stunden schätzte und hoffte bis spätestens 12:30h anzukommen, um ein Mittagessen zu erschnorren, alleine schon des Unterschiedes „damal“ und „heute“ wegen miterleben zu dürfen. Der Plan ging schief! Bis zum Frühstück funktionierte alles hervorragend: früher aufstehen, Rucksack packen, frühstücken. Alles Prima um 8:30 hätte ich losgehen können. Wäre da nicht das Pärchen am Nebentisch gewesen. Wir kamen bei der Zigarette vorm Abmarsch ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie schon beide Jakobswege in Spanien (Haupt- und Nordroute) gelaufen war. Tja und so haben wir noch ca. eine Stunde gequatscht und ich kam erst gegen 9:30h los. Eine Stunde zu spät. „6. Tag: von Kevelaer zur Gaesdonck“ weiterlesen

5. Tag: von Venlo nach Kevelaer

Dieser Beitrag ist Teil 6 von 8 der Serie Rhein-Maas-Weg

Querfeldein, schließlich ist das Ziel der Weg – nicht umgekehrt

Erwartungsgemäß verschlief ich und wurde aus einem echt üblen Traum gerissen. Ich sollte wohl die Finger von den „Dutch ones” lassen, einen Kater hatte ich auch. Als ich aus dem Zelt kroch, war es noch trocken, doch der Himmel versprach nichts Gutes. Und richtig: noch während des Einpackens fing es an zu tröpfeln. Erst leicht, dann immer heftiger. Ich nutzte die kleine Überdachung der Blockhütte, vor der mein Zelt stand, und bekam so noch alles trocken in den Rucksack – konnte ich ahnen, dass mir das auch nicht weiterhelfen würde? „5. Tag: von Venlo nach Kevelaer“ weiterlesen