Ein entmystifizierter Held

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 8 der Serie Westerwald 2016

Heborn, Heisterberger Weiher, Fuchskaute

Über 30 C war für heute angekündigt. Also sind wir für unsere Verhältnisse extrem früh aufgestanden: um 6:25h. Nach dem Frühstück sind wir dann eine nette Runde in von Herborn über Vogelpark und Wildgehege zurück nach Herborn gelaufen. Es war viel hoch und runter.

16-09-12Westerwald21Obwohl wir das Auto mitgenommen haben und den Westerwaldsteig in seiner Gänze gestrichen haben, wollten wir nicht ganz darauf verzichten. Also sind wir heute die ersten knappen 7 km des Westerwaldsteiges gelaufen, auch wenn wir dabei dem H4 gefolgt sind. Da der H4 Streckenweise parallel zum H0 läuft, erwartet ich jeden Moment von einer Modelleisenbahn überfahren zu werden. Aber offensichtlich haben wir Glück gehabt.

16-09-12Westerwald11Den sommerlichen Temperaturen zum Trotz hat der Herbst hier schon übelst Einzug gehalten. Zum Teil sind ganze Regionen des Laubwaldes schon brauner als es Anfang Oktober erst der Fall sein sollte.

Der Weg führte uns vorbei an einem Vogelpark, an dem Shadow aber wenig Interesse zeigte. Nunja, Vögel, außer Enten, haben noch nie sein Interesse geweckt. Offensichtlich machen Flamencos keine Ausnahme, gleich ob rosa oder grau, es gab beide Farben.

16-09-12Westerwald33Kurz vor dem Ende kamen wir noch durch einen Wildpark. Da hab ich Shadow erstmal sehr kurz genommen. Was sich als völlig überflüssig herausstellte. Mein kleiner Held jagt gerne mal Rehe, schreit mir die Eifel zusammen, wenn er Hirsche sieht und leidet 10 Minuten lang im Harz, weil ich ihn angesichts von Wildscheinen nicht von der Leine lasse. Wenn sich jemand fragt, wo mein Hund war, als dieses Foto entstand: hinter mich in sicherer Entfernung von mindestens 3 m. Dieser Held!

16-09-12Westerwald36Nach 12 km waren wir um halb 12 wieder am Auto und sind von dort aus zum Heisterberger Weiher gefahren. Der hätte auch auf unserer ersten Etappe gelegen und da er das einzige große Gewässer war, haben wir dort Station gemacht. Zunächst sind wir dann erstmal in eine „Strandbar“ eingekehrt, wo ich einige Dinge für’s Leben gelernt habe:

  1. Der Schilderstreit vom Heisterberger Weiher
    Selbiger war DAS Thema. Da wir an einem Montag um 13:00h einer von 4 Gästen waren, die nichts mit dem Campingplatz, dem Badestrand oder einem der beiden gastronomischen Betriebe zu tun hatten, hatten die Einheimischen genug Zeit darüber zu lästern, wie der neue Pächter des anderen gastronomischen Betriebes (in Würselen laufen beide unter Pommesbude) sein umgetretenes Hinweisschild wieder aufrichtet.
  2. Was ein echter Schlosser ist, der erkennt den 17er aus 5m Entferung
    Einer der anderen Gäste war ein gelernter Schlosser … oder wie das heute heißt. Als der Wirt einen Maulschlüssel auspackte, um ein Tor zu montieren, meinte der ganz locker aus mind. 5m Entfernung: „Das ist kein 13er, das ist ein 17er“ … er sollte recht behalten.

Shadow ließ das alles kalt, er war alldieweil damit beschäftigt, sich mit der kleinen Terrierhündin der Besitzerin zu verbünden, um Teile des gerade servierten Flammkuchen zu ergattern. Natürlich konnte der Wirt nicht gegen zwei leidende Hundeblicke bestehen.

16-09-12Westerwald40Zwei alkoholfreie Hefe später sind wir dann um den Weiher gelaufen. Dabei hat Shadow sich erst von einer Yorkshire Terrierin einschüchtern lassen, und dann mit zwei Mischlingen Freundschaft geschlossen. Ich hatte sogar das Gefühl, dass er ernsthaft darüber nachgedacht hat, tiefer als bis zum Bauchnabel in Wasser zu den beiden Frauen zu gehen, die zu der Tierrierhündin gehörten. Da habe ich mich wirklich geärgert, nur Wanderschuhe und sonst nix bei zu haben: im Auto hätte ich sogar die Wasserwatschuhe gehabt.

Vom Weiher aus ging es dann über viele Umwege – Auto ist klimatisiert – zur Fuchskaute, unserer heutigen Übernachtungsstation. Dort angekommen, ranzte uns erstmal der Chefkoch an: „Ist der Hund auch gemeldet?“. Als sowohl ich als auch die Bedienung das bejahten, sagte er zwar nichts mehr, aber ich mochte den Laden noch weniger. Schon in der Mail hatte gestanden, dass der Hund nicht mit ins Lokal dürfe. Im weiteren Verlauf des Abends erledigte sich das allerdings: zum einen haben die hier nur Buffet. Auf dem Eifelsteig habe ich in einem Hotel erklärt bekommen, dass Hunde gesetzlich verboten wären, in Räumen in denen es offenes Buffet gibt. Verstehe ich nicht: Huskyhaare schmecken doch sooo gut. Zum anderen durfte der Hund durchaus mit in den Biergarten. Später kam der Koch, der wohl auch der Chef ist, an und meinte fasziniert, das mein Hund aber sehr brav wäre, seiner hätte das Gerüst, an dem Shadow festgebunden war, mittlerweile schon lange abgerissen.

16-09-12Westerwald58Shadow war eher mit Rekonvaleszenz beschäftigt: viel unterwegs, wenig Schlaf und viel zu heiß, er genoss die Temperaturen unter 25 Celsius indem er ein Nickerchen machte. Auf dem Spaziergang vor dem Abendessen war er echt schlecht drauf und wollte gleich wieder zurück. Aber schon nach dem Abendessen auf der Runde hat er 3 Rehe jagen wollen … dieser Möchtegernheld. Offensichtlich hat sich die Peinlichkeit aus dem Wildpark bis hier noch nicht rumgesprochen, denn die Rehe sind weggelaufen.

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